Tätigkeitsbericht 2017

Organisatorisches

Auch dieses Jahr haben wir wieder von den Krankenkassen und vom Gesundheitsamt Förderung für die SHG SEGEL erhalten. Trotz der immer wieder wechselnden Sachbearbeiter, ist es uns  wieder gelungen, zu überzeugen und den sehr genauen Kassenprüfungen der Träger stand zu halten. Für unser Projekt Genesungsbegleitung BB konnten wir auch dieses Jahr beim LVR eine Förderung von 2200,- € bekommen sowie 500,- € für das Projekt “Wir holen Sie ab“.

Laufende Vereinsarbeit

Im Jahr 2017 haben wir uns wieder mehr auf die persönliche Begleitung von Personen in schweren Lebenskrisen konzentriert. Das Projekt „Wir holen Sie ab“ konnten wir nicht weiter ausbauen. Leider ist es immer wieder schwer, die Bürgerhelfer längerfristig zu binden. Längerfristig können und wollen die Meisten leider dann nicht mehr die nötige Zeit erübrigen. Um das Projekt wirklich grösser werden zu lassen, bräuchten wir einfach mehr Hilfe. Die laufende Vereinsarbeit wurde weiter in unseren inzwischen traditionellen wöchentlichen Telefonkonferenzen und diversen Arbeitstreffen koordiniert. Viele interessante Kontakte und viele Begleitungen haben unsere Arbeit immer wieder sehr anregend und abwechslungsreich gestaltet.

Krisenbegleitung: Wir (Bärbel, Claudia,  Karolin + Bürgerhelfer) haben wieder ca. 10 Personen in der Krise begleitet und dabei geholfen Krisen besser zu überstehen und Eskalationen abzuwenden. Telefonate, Besuche, Begleitung bei Behördengängen und Klinikbesuche gehören dabei zu  unseren Aufgaben. Dadurch konnten einige Krisensituationen vermieden oder deutlich verkürzt werden. Dieses Jahr war besonders durch einige sehr intensive aber auch wirklich aufwendige Begleitungen gekennzeichnet, die von den Helfern insbesondere die Fähigkeiten zur sinnvollen Abgrenzung im hohen Maße erforderten.

Unser „Kummer-Telefon“ war wieder Anlaufstellefür viele Menschen in Krisensituationen, denen wir in diversen, intensiven Gespräche stabilisierend und motivierend zur Seite stehen konnten.

Wir arbeiten weiterhin im engen Kontakt mit der „ Kontaktstelle für Psychiatrie-Erfahrene“ des LPE Landesverband Psychiatrieerfahrener ( www.lpe-nrw.de). Frau Lorenz. nimmt als Beirat immer wieder an den monatlichen Sitzungen in der Anlaufstelle Rheinland Teil.

Die Mitarbeit beim BPE ( Bundesverband für Psychiatrie-Erfahrene ) und die Teilnahme an der Arbeitsgruppe Netzwerk01 gehören zeitweilig zu unseren Aufgaben.
 
 
SH-Gruppen
 
Segel (Seelische Gesundheit Leben)

Mit persönlichem Einsatz haben wir die SHG Segel auch im Jahr 2017 moderiert. Die Fördergelder vom Gesundheitsamt und von den Krankenkassen haben wir sinnvoll in die Erweiterung unseres Knowhows und unserer Fähigkeiten investiert. Themenschwerpunkte dieses Jahr waren: „Auf dem Boden bleiben und hinsehen“, „Ängsten sinnvoll begegnen und reflektieren“ sowie “Die Kraft der Krise entdecken“.Eine genaue Beschreibung über die Ziele und die Arbeitsweise der Gruppe finden Sie unter www.woge-verein.de. Die SHG trifft sich einmal monatlich am 2ten Donnerstag im Monat. Die SHG Segel besteht seit 2007.

GeBe (Genesungsbegleitung gegenseitig)

Die von Frau Lorenz geleitete Gruppe setzt sich intensiv mit dem Thema Genesungsbegleitung auseinander. Dabei werden eigene Strategien entwickelt um neue individuelle Wege zur Stabilisierung zu finden. Besonders soll dabei auch das Thema Stressbewältigung mit wirksamen Methoden behandelt werden. Besonders wichtig war hier immer wieder: Die Schulung von Achtsamkeit und der liebevolle Umgang mit sich selbst. Die SHG- GeBe ist aus der Gruppe PAUSE ( Psychose, Alkoholabhängigkeit und Suchterfahrene ) hervor, die schon seit  2001 bestand. Menschen mit Doppeldiagnose (Psychose und Alkoholabhängigkeit, Sucht ) sind auch doppelt betroffen. Oft passieren Rückfalle in die Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, aber auch in die Psychose, oder gar eine Drogen induzierte Psychose. Daher ist eine SH-Gruppe mit Doppeldiagnose- Betroffenen eine besondere Herausforderung. Treffen jeden 4ten Donnerstag im Monat.

Anlässlich unseres Projektes Genesungsbegleitung sind dort bei den Gruppentreffen auch insbesondere die (neue) Genesungshelfer willkommen, damit sie sich auf diesem Weg mit den entsprechenden Krankheitsbildern  / Verhaltensweisen von Menschen in einer psychischen Krise vertraut machen können.. (Mehr dazu siehe unter Projekt Genesungsbegleitung.)

Zur Erweiterung des Angebots wurde zusätzlich eine Plattform geschaffen, die es ermöglicht, auch telefonisch an den Treffen teilnehmen zu können. Diese wird sehr gerne angenommen. Es ermöglicht auch interessierten Teilnehmern, die weiter entfernt wohnen, regelmäßiger bei der Selbsthilfe mitzuwirken.

Frauengruppe im SPZ in 51379 Leverkusen, Karlstr. 6

Um für Betroffene ein interessantes Angebot für das Wochenende zu schaffen hatte Frau Claudia Schmitz Selbsthilfegruppen in Leverkusen ins Leben gerufen. Momentan findet jeden 1ten Sonntag  dort eine Frauengruppe 15 - 19 Uhr statt. Die Leitung der Gruppe wurde nun Frau Astrid Klein anvertraut.

Weihnachtsfeier für Betroffene in der Anlaufstelle

Durch die Initiative von Frau Bärbel Lorenz wurde es möglich in der Anlaufstelle, Graf- Adolf-Str. 77 eine kleine Weihnachtsfeier zu organisieren. Einige Betroffene ohne Familienanschluss können sich dort zum gemütlichen Beisammensein mit Knabbereien und ein wenig Besinnlichkeit treffen.
 
 
Projekte

Projekt „Selbsthilfe als Partner und Motor“ 

Mitarbeit beim BApK ( Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen ) und Betreuung des Projektes Selbsthilfe als Partner und Motor„, welches vom Bundesministerium für Gesundheit  finanziell gefördert wird, mit dem Ziel eine bessere Kommunikation unter den gesamten Gruppierungen (Selbsthilfegruppen, Vereine, Institutionen und Organisationen ) zu ermöglichen. Damit soll die Selbsthilfe unterstützt werden, aus ihrem Schattendasein herauszukommen. In einem Newsletter werden alle interessanten Informationen und Termine regelmäßig versandt. Diese Mitarbeit wurde durch die wertvolle Arbeit von Frau Riemenschneider ermöglicht.

Schulprojekte

Zwei mal im Jahr halten Frau Riemenschneider und Frau Lorenz eine ca. 5 stündige Schulung an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Uniklinik zu Köln.( Psychiatrie ) ab. Dabei können die Schüler für sie wichtige Fragen zu stellen und erhalten die Möglichkeit die angesprochenen Themen in einer offenen Diskussion zu vertiefen. So können sie später in ihrem Berufsalltag viele Situationen besser einschätzen und in Konfliktsituationen sinnvoller im Sinne von Deeskalation mit den Patienten umgehen. Die beiden Referentinnen haben als Psychoseerfahrene mit langjähriger Tätigkeit in der Selbsthilfe haben einen reichen  Schatz an Erfahrungen und geben dieses Wissen gerne weiter. Der Unterrichtung wird von den Schülern als große Hilfe wahrgenommen und wird immer mit sehr viel positivem Feedback bedacht.

Projekt Genesungsbegleitung (BB)

Es ist uns gelungen, für das Projekt Genesungsbegleitung (Betroffene + Bürgerhelfer) weiterhin eine Förderung vom LVR zu bekommen, so konnten wir unsere Arbeit fortführen und weiterhin wieder viele Menschen in Krisensituationen unterstützen s.o.

Projekt „Wir holen Sie ab“ <-> Präventionskurs für Stress

Das Projekt „Wir holen Sie ab“ haben wir weiter begleitet. Es ist aber offensichtlich kaum möglich, die Bürgerhelfer längerfristig zu binden, weil sie durch Veränderung der Arbeits- und Lebensumstände meist nicht mehr die nötige Zeit erübrigen können oder wollen. Um das Projekt wirklich grösser werden zu lassen, bräuchten wir einfach mehr Hilfe. Deshalb erfolgte eine Neuorientierung in Richtung Prävention. Nach den entsprechenden Fortbildungen soll nun in Form von „Präventionskursen“ mit einem vollständigen in sich schlüssigen Konzept ein neues Angebot für die Hilfe zur Selbsthilfe geschaffen werden. In den Präventionskursen werden die Betroffenen befähigt, auslösende Stressreize frühzeitig zu erkennen und mit Hilfe des dort vermittelten „Handwerkszeug“ Stress und innere Konflikte besser selbst zu bewältigen.

Immer wieder neue Helfer gesucht !!

Da wir immer wieder am Limit unserer Kapazität sind, hoffen wir sehr auf die Gewinnung neuer interessierter Genesungsbegleiter z.B. als Bürgerhelfer, die bereit sind, möglichst auch längerfristig mitzuwirken.
 
 
Öffentlichkeitsarbeit in 2017

Durch die Teilnahme und Mitwirkung an vielen verschiedenen Veranstaltungen, Arbeits-gruppen und Fortbildungen und über das Verteilen von Flyern und Infomaterial konnten wir Kontakte pflegen und Mitgliederwerbung betreiben, um den Verein WoGe e.V. weiter bekannt zu machen.

Durch den Kontakt mit Institutionen und Trägern von Fördergeldern wie: Krankenkassen, Gesundheitsamt, LVR  konnten wir uns nachhaltig in Erinnerung halten und genießen dort überwiegend einen guten Ruf. Die SHG Segel besteht nunmehr seit über 10 Jahren, die SHG PAUSE seit 17 Jahren.

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